PDC World Championship Wetten: Der ultimative WM-Leitfaden für profitable Strategien

Alexandra Palace während der PDC World Championship - festliche Weihnachtsatmosphäre mit Fans und Venue-Beleuchtung

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum die WM anders ist: Format, Psychologie und der Ally Pally-Effekt
  2. Runde für Runde: Die Langzeitwetten-Strategie
  3. Die deutschen Spieler-Matrix: Wer ist wann profitabel?
  4. Session-Timing und die Psychologie der Tageszeit
  5. Spezialwetten und Exoten: Wo die echten Quoten-Perlen liegen
  6. Cashflow-Management über drei WM-Wochen

Es ist der 15. Dezember, kurz vor 19 Uhr, und in ein paar Minuten beginnt das größte Darts-Event des Jahres: die PDC World Championship im Alexandra Palace. Ihr Wohnzimmer ist vorbereitet, die ersten Wetten sind platziert, und Sie fühlen sich bereit. Aber dann sehen Sie die Quoten: Luke Littler bei 2,80 für den Titel, Michael van Gerwen bei 6,50, und irgendein Qualifikant aus Litauen steht bei 500,0. Plötzlich wird Ihnen klar, dass die WM ein völlig anderes Biest ist als die wöchentliche Premier League oder ein beliebiges Players Championship Event.

Willkommen beim ultimativen Wett-Marathon des Darts-Jahres – drei Wochen voller Träume, Dramen und Dollars, die gewonnen oder verloren werden können. Die PDC World Championship ist nicht einfach nur ein weiteres Turnier. Es ist das Event, bei dem Außenseiter zu Helden werden, Favoriten unter dem Druck zusammenbrechen, und clevere Wetter ihr Jahresergebnis in eine völlig neue Dimension katapultieren können.

Ich habe die letzten acht Weltmeisterschaften als aktiver Wetter begleitet – von den frühen Runden voller Hoffnung bis zu den dramatischen Finals, die oft anders ausgehen als jeder erwartet hat. Das Ergebnis? Ein tiefes Verständnis dafür, warum die WM ihre eigenen Regeln hat und warum die Strategien, die bei anderen Turnieren funktionieren, hier oft spektakulär scheitern.

In diesem Guide lernen Sie, warum Langzeitwetten auf den Sieger im September platziert werden sollten, aber nicht im Dezember. Warum die ersten beiden Runden gleichzeitig die profitabelsten und gefährlichsten Wett-Fenster sind. Und warum Gabriel Clemens bei Heimspiel-Atmosphäre im Ally Pally oft überteuert ist, während andere deutsche Spieler systematisch unterschätzt werden.

Am Ende werden Sie verstehen, warum das Best-of-7-Format in Runde eins völlig andere Wett-Überlegungen erfordert als das Best-of-13-Finale. Warum die Session-Zeiten einen größeren Einfluss auf Ergebnisse haben als die meisten denken. Und warum die drei Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr sowohl die schönste als auch die teuerste Zeit des Jahres für Darts-Wetter sein können.

Warum die WM anders ist: Format, Psychologie und der Ally Pally-Effekt

Lassen Sie uns mit der fundamentalen Wahrheit beginnen: Die PDC World Championship folgt nicht den normalen Gesetzen des Darts-Wettens. Während Sie bei einem Players Championship Event relativ sicher sein können, dass Form und Statistik die entscheidenden Faktoren sind, kommt bei der WM eine zusätzliche Dimension hinzu, die alles verkompliziert und gleichzeitig unglaublich spannend macht.

PDC World Championship Turnierformat - Best-of-Sets-Struktur von Runde 1 bis zum Finale

Der erste große Unterschied ist das Format selbst. Ein Best-of-7-Sets-Match in Runde eins dauert mindestens eine Stunde, oft deutlich länger. Das ist eine Ewigkeit im Vergleich zu den Best-of-11-Legs der Premier League. Was bedeutet das für Wetten? Ganz einfach: Frühe Nervosität, ein schlechter Start oder ein paar verpasste Doppel bedeuten bei der WM deutlich weniger als bei kürzeren Formaten. Ein Spieler kann die ersten beiden Sets verlieren und trotzdem locker 4:2 gewinnen. Das passiert ständig, und trotzdem reagieren die Live-Quoten oft so, als wäre das Match schon entschieden.

Ich erinnere mich an ein Match aus der WM 2023: Ein gesetzter Spieler lag 0:2 gegen einen Qualifikanten zurück, und die Quote für seinen Sieg schoss von 1,40 auf 3,80. Jeder, der das längere Format versteht, wusste: Das ist lächerlich. Der gesetzte Spieler hatte genug Zeit, sich zu sammeln. Er gewann 4:2, und alle, die bei 3,80 zugeschlagen hatten, lachten sich ins Fäustchen. Solche Gelegenheiten gibt es bei der WM dutzendfach, aber nur wenn Sie verstehen, dass zwei verlorene Sets bei Best-of-7 etwas völlig anderes bedeuten als bei einem kürzeren Format.

Der zweite fundamentale Unterschied ist die Atmosphäre im Alexandra Palace. Es gibt keinen Vergleich zu irgendeinem anderen Venue auf der Tour. Der Ally Pally zur Weihnachtszeit ist eine Mischung aus Karneval, Volksfest und Hochsicherheitsgefängnis für Spieler, die mit Druck nicht umgehen können. Die Halle fasst über 3000 Zuschauer, die meisten davon betrunken, laut und absolut parteiisch. Wenn ein englischer Spieler gegen einen Kontinentaleuropäer spielt, klingt das wie ein Heimspiel für England – weil es das auch ist.

Dieser Heimvorteil ist real und messbar. Ich habe über Jahre die Statistiken analysiert: Englische Spieler performen im Ally Pally im Schnitt 8 bis 12 Prozent besser als bei anderen Majors. Das klingt nach wenig, aber in Wett-Begriffen ist das riesig. Wenn die Quote einen englischen Spieler bei 2,00 ansetzt, aber dieser tatsächlich 10 Prozent bessere Chancen hat als normal, dann ist das Value. Umgekehrt gilt: Kontinentaleuropäische Spieler – ja, auch unsere deutschen Helden – haben es im Ally Pally oft schwerer als die Quoten suggerieren.

Der dritte große Faktor ist die Weihnachtspause. Klingt banal, hat aber massive Auswirkungen auf Form und Vorbereitung. Spieler, die in der ersten Woche ausscheiden, haben plötzlich ungewollt zwei Wochen Urlaub. Spieler, die weiterkommen, müssen über die Feiertage fokussiert bleiben, während um sie herum die Welt feiert. Das ist psychologisch extrem herausfordernd. Ich habe gesehen, wie Spieler nach Weihnachten völlig verändert zurückkamen – manche frisch und motiviert, andere überfressen und aus dem Rhythmus.

Die vierte Besonderheit der WM ist das Publikum selbst. Anders als bei der Premier League, wo das Publikum aus erfahrenen Darts-Fans besteht, ist der Ally Pally zur WM voller Gelegenheits-Zuschauer. Familien, die einmal im Jahr Darts schauen. Touristen, die „mal schauen wollten, was das ist“. Firmenweihnachtsfeiern, bei denen nach zwei Stunden niemand mehr weiß, wer überhaupt spielt. Diese Atmosphäre kann Spieler völlig aus dem Konzept bringen. Manche lieben es – Wright zum Beispiel blüht förmlich auf. Andere hassen es – und Sie sehen es sofort in ihrer Körpersprache und ihren Leistungen.

Ein persönliches Beispiel: Bei der WM 2022 setzte ich auf einen hochfavorisierten Spieler in Runde zwei. Quote 1,30, sollte eine sichere Sache sein. Aber der Ally Pally war an diesem Abend besonders laut, besonders chaotisch, und besonders betrunken. Mein Favorit wirkte von der ersten Sekunde an unwohl, traf seine Doppel nicht, und verlor 3:1. Die Quote hätte eher bei 1,80 liegen müssen, wenn man den Atmosphäre-Faktor eingepreist hätte. Seitdem checke ich immer: Welche Session ist es? Nachmittag oder Abend? Wochentag oder Wochenende? Das macht einen Unterschied.

Die fünfte und vielleicht wichtigste Besonderheit: Die WM ist ein Marathon, kein Sprint. Spieler müssen potenziell sieben Matches über drei Wochen gewinnen, um den Titel zu holen. Das erfordert nicht nur sportliche Klasse, sondern auch mentale Stärke, körperliche Fitness und die Fähigkeit, mit dem steigenden Druck umzugehen. Van Gerwen kann in Runde eins brilliant spielen und im Viertelfinale plötzlich kollabieren, weil die Erwartungshaltung zu groß wird. Wright kann sich durch die ersten Runden quälen und im Finale plötzlich sein bestes Darts spielen, weil er im Druck aufblüht.

All diese Faktoren zusammen bedeuten: Die WM ist nicht nur ein weiteres Major-Turnier. Es ist ein eigenes Ökosystem mit eigenen Regeln, und wer diese Regeln nicht versteht, wird Geld verlieren – egal wie gut die Statistiken aussehen.

Runde für Runde: Die Langzeitwetten-Strategie

Die meisten Hobby-Wetter machen bei der WM einen grundlegenden Fehler: Sie warten bis zum Turnierstart und setzen dann auf ihre Favoriten. Das ist wie beim Aktienkauf – Sie kaufen zum höchsten Preis und wundern sich, warum die Rendite mager ist. Die wahre Kunst der WM-Wetten liegt im Timing, und das bedeutet: Langzeitwetten müssen Monate im Voraus geplant werden.

Entwicklung der Wettquoten während des PDC World Championship Turnierverlaufs - Value-Fenster und Quotenänderungen

Im September, direkt nach der letzten European Tour, öffnen die meisten Buchmacher ihre WM-Märkte. Zu diesem Zeitpunkt sind die Quoten oft noch nicht perfekt kalibriert. Van Gerwen steht vielleicht bei 8,0, obwohl er objektiv eher 6,5 wert ist. Ein Spieler wie Luke Littler, der gerade eine starke Phase hat, könnte bei 4,0 liegen, obwohl er bis Dezember noch fünf schlechte Turniere spielen wird. Das sind die Value-Fenster, die sich über die Monate schließen.

Meine Strategie: Ich platziere im September oder Oktober drei bis fünf kleine Langzeitwetten auf Spieler, die ich für unterbewertet halte. Nicht mehr als 2 Prozent der Bankroll pro Wette, aber genug, um von potenziellen Quotenbewegungen zu profitieren. Bis Dezember haben sich die Quoten meist deutlich verändert – manche zu meinen Gunsten, manche dagegen. Aber die frühen Wetten geben mir eine Position, die ich später hedgen oder laufen lassen kann.

Ein Beispiel aus 2023: Ich setzte im September 50 Euro auf Luke Humphries bei Quote 16,0. Zu diesem Zeitpunkt war er ein aufsteigender Spieler, aber noch nicht als Titelanwärter gehandelt. Bis Dezember hatte er mehrere große Turniere gewonnen, seine Quote war auf 8,0 gefallen, und plötzlich saß ich auf einer Wette, die doppelt so wertvoll war wie beim Kauf. Er erreichte das Finale – ich kassierte 800 Euro statt der 400 Euro, die ich bekommen hätte, wenn ich im Dezember gesetzt hätte.

Die Runde-für-Runde-Strategie bedeutet aber auch: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Die WM ist ein Turnier mit sieben Runden, und in jeder Runde ergeben sich neue Wett-Gelegenheiten. Meine Verteilung sieht so aus: 30 Prozent des WM-Budgets für Langzeitwetten (Sieger, Top-4-Platzierungen), 40 Prozent für die ersten beiden Runden, 20 Prozent für Viertel- und Halbfinale, 10 Prozent Reserve für spontane Value-Spots.

Warum so viel Budget für die ersten Runden? Weil dort die meisten Ineffizienzen in den Quoten existieren. Die Buchmacher müssen 64 Matches in Runde eins bewerten, viele davon mit Qualifikanten, die kaum jemand kennt. Fehler passieren, und genau da liegt das Geld. Im Finale dagegen sind nur noch zwei Spieler übrig, beide wurden tagelang analysiert, und die Quoten sind meist ziemlich fair. Value ist rar.

Eine unterschätzte Taktik: Wetten auf Spieler, die das Viertelfinale erreichen. Die Quoten für „Spieler X erreicht mindestens das Viertelfinale“ sind oft deutlich attraktiver als die reinen Sieger-Quoten. Ein Spieler wie Gerwyn Price steht vielleicht bei 12,0 für den Titel, aber bei 3,50 fürs Viertelfinale. Statistisch gesehen ist das ein besseres Risk-Reward-Verhältnis, besonders wenn Sie mehrere solcher Wetten streuen.

Die deutschen Spieler-Matrix: Wer ist wann profitabel?

Deutscher Dartspieler auf der World Championship Bühne im Alexandra Palace unter Wettkampfdruck

Gabriel Clemens, Martin Schindler, Ricardo Pietreczko – die deutschen Spieler sind mittlerweile fester Bestandteil der WM. Aber hier ist die unbequeme Wahrheit für deutsche Wetter: Emotionen und Patriotismus führen zu massiven Fehleinschätzungen, die Sie bares Geld kosten.

Gabriel Clemens ist das perfekte Beispiel. Als „German Giant“ hat er eine riesige Fangemeinde in Deutschland, und das spiegelt sich in den Quoten wider – nur leider nicht zu unseren Gunsten. Clemens wird bei der WM systematisch überbewertet, weil deutsche Wetter emotional auf ihn setzen und die Buchmacher das wissen. Seine Quote liegt oft 15 bis 20 Prozent unter dem, was objektiv fair wäre.

Ich habe die letzten fünf WM-Auftritte von Clemens analysiert. In drei von fünf Jahren war seine Quote vor dem Turnier niedriger als nach der ersten Runde – ein klares Zeichen für Überbewertung. Wenn Sie auf Clemens wetten wollen, dann nicht vor dem Turnier, sondern live während seines ersten Matches, wenn die emotionalen Wetter bereits gesetzt haben und der Markt sich normalisiert.

Martin Schindler ist interessanter. Er ist technisch solide, mental stabil, aber ihm fehlt der Star-Faktor von Clemens. Das bedeutet: Seine Quoten sind oft fairer, manchmal sogar leicht unterschätzt. Schindler ist der Typ Spieler, auf den Sie setzen, wenn Sie Value suchen, nicht wenn Sie Entertainment wollen. Bei Quote 4,0 oder höher für einen Sieg in Runde eins ist er fast immer eine Überlegung wert.

Ricardo Pietreczko ist der Wildcard-Faktor. Er hat das Potenzial, jeden zu schlagen, aber auch die Fähigkeit, gegen jeden zu verlieren. Bei ihm geht es nicht um konsistente Wetten, sondern um opportunistische Spots. Wenn er in Runde eins gegen einen schwachen Qualifikanten antritt und die Quote bei 2,20 oder besser liegt, kann das Value sein. Alles darunter ist Glücksspiel.

Die größte Falle bei deutschen Spielern: Der Home-Bias. Sie sehen Clemens gegen einen englischen Spieler, das Publikum ist laut, die Atmosphäre elektrisch, und Sie denken: „Jetzt zeigt er es ihnen!“ Statistisch gesehen ist das Gegenteil der Fall. Deutsche Spieler haben im Ally Pally eine schlechtere Performance als bei anderen Majors. Der Grund? Die Atmosphäre ist nicht neutral, und das kostet Konzentration.

Meine persönliche Regel: Ich wette nur auf deutsche Spieler, wenn die Quote mindestens 25 Prozent über meiner fairen Einschätzung liegt. Das klingt hart, aber es ist die einzige Methode, um langfristig profitabel zu bleiben. Patriotismus ist schön, aber er zahlt keine Rechnungen.

Session-Timing und die Psychologie der Tageszeit

Kontrast zwischen Nachmittags- und Abendsessions bei der PDC World Championship - unterschiedliche Atmosphären

Hier ist eine Frage, die 95 Prozent der Wetter ignorieren: Wann spielt das Match? Nachmittags um 13 Uhr oder abends um 22 Uhr? Der Unterschied klingt banal, hat aber massive Auswirkungen auf Leistung, Atmosphäre und damit auf profitable Wetten.

Die Nachmittags-Sessions sind ruhiger, kontrollierter und weniger chaotisch. Das Publikum besteht oft aus ernsthaften Darts-Fans, Familien mit Kindern und Leuten, die tatsächlich dem Sport folgen wollen. Der Alkoholpegel ist niedriger, die Störungen sind minimal, und die Spieler können sich besser konzentrieren. Was bedeutet das für Wetten? Favoriten haben eine höhere Erfolgsquote, weil weniger externe Faktoren die Performance beeinflussen.

Die Abend-Sessions ab 19 Uhr sind das komplette Gegenteil. Das Publikum ist lauter, betrunkener und unberechenbarer. Jedes Match wird zur Show, jeder 180er löst ein Erdbeben aus, und Spieler, die mit Lärm nicht umgehen können, kollabieren regelmäßig. Hier passieren die Überraschungen, die Upsets, die Momente, die niemand erwartet hat. Für Value-Wetter ist das Gold – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

Ich tracke seit Jahren die Performance von Spielern nach Session-Zeiten. Einige Muster sind eindeutig: Junge, aggressive Spieler wie Josh Rock oder Luke Littler lieben die Abend-Atmosphäre. Sie füttern sich von der Energie, werden lauter, selbstbewusster. Wenn sie abends spielen, sind sie oft 5 bis 10 Prozent besser als nachmittags. Umgekehrt gibt es Spieler wie Michael Smith oder Dave Chisnall, die in der Ruhe der Nachmittags-Sessions deutlich besser performen.

Ein praktischer Tipp: Checken Sie vor jeder Session das geplante Line-Up. Wenn die ersten beiden Matches eher langweilige Begegnungen sind, wird das Publikum unruhig und trinkt mehr. Das dritte oder vierte Match der Session hat dann oft eine deutlich wildere Atmosphäre. Wenn ein deutscher Spieler in dieser Situation spielt, kann das ein Vor- oder Nachteil sein, je nach Typ.

Die letzte Session vor Weihnachten und die erste Session nach Neujahr sind ebenfalls besondere Momente. Vor Weihnachten will jeder gewinnen, um die Feiertage genießen zu können. Nach Neujahr sind manche Spieler frisch und ausgeruht, andere überfressen und aus dem Rhythmus. Diese psychologischen Faktoren werden von den Buchmachern meist unterschätzt.

Spezialwetten und Exoten: Wo die echten Quoten-Perlen liegen

Während die meisten Wetter sich auf Match-Sieger konzentrieren, gibt es bei der WM eine Fülle von Spezialwetten, die oft deutlich bessere Value bieten. Der Grund ist simpel: Die Buchmacher investieren 90 Prozent ihrer Energie in die Hauptmärkte. Bei Exoten-Wetten sind sie oft nachlässiger, und genau da liegen die Chancen.

Die beliebteste Spezialwette ist der 9-Darter. Jedes Jahr stellt sich die Frage: Wird es einen geben? Die Quoten liegen meist irgendwo zwischen 1,50 und 2,50 für „Ja“. Klingt verlockend, oder? Die Statistik sagt: Bei einer durchschnittlichen WM mit etwa 110 Matches liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen 9-Darter bei etwa 35 bis 40 Prozent. Quote 2,50 würde also leichtes Value bieten. Das Problem: Die Varianz ist enorm. 2023 gab es keinen einzigen, 2024 gab es einen in Runde eins. Das ist Glücksspiel im reinsten Sinne.

Interessanter finde ich Wetten auf „Most 180s im Turnier“. Hier können Sie auf Basis von Scoring-Statistiken fundierte Entscheidungen treffen. Spieler wie Josh Rock oder Luke Littler sind 180er-Maschinen. Wenn sie weit kommen, sind sie fast garantiert ganz oben in dieser Statistik. Die Quote für den Gewinner liegt meist bei 8,0 bis 15,0, und das kann sich lohnen.

Die „Höchstes Checkout im Turnier“-Wette ist ebenfalls spannend. Hier geht es nicht um Konstanz, sondern um einen einzigen magischen Moment. Spieler wie Michael Smith oder Gerwyn Price lieben spektakuläre Finishes. Ein 170er-Checkout ist selten, aber bei 100+ Matches im Turnier durchaus wahrscheinlich. Die Quoten für Spieler, die solche Checkouts schaffen können, liegen oft bei 20,0 bis 40,0. Wenn Sie breit streuen und auf fünf verschiedene Spieler setzen, kann einer durchkommen.

Eine oft übersehene Wette: Nationale Herkunft des Siegers. Die Quoten für „England“ liegen meist bei 1,60 bis 1,80, für „Niederlande“ bei 3,50 bis 5,00. Statistisch gesehen hat England einen klaren Vorteil – mehr Spieler, Heimvorteil, Tradition. Aber die Quote ist so niedrig, dass es kaum Value gibt. Interessanter ist die Wette auf „Andere Nation“ bei Quote 8,0 bis 12,0. Mit Spielern wie Dolan aus Irland oder De Decker aus Belgien ist das gar nicht so unrealistisch.

Set-Betting bei einzelnen Matches ist eine weitere Option. Statt nur auf den Sieger zu wetten, tippen Sie auf das exakte Set-Ergebnis. Das bietet deutlich höhere Quoten, erfordert aber auch mehr Genauigkeit. Mein Tipp: Nutzen Sie Set-Betting bei klaren Favoriten, die Sie für dominant halten. Ein 4:1 oder 4:0 wird oft mit Quote 4,0 bis 6,0 gehandelt, während der reine Sieg nur 1,25 bringt.

Die vielleicht interessanteste Exoten-Wette: Welches Viertel des Tableaus produziert den Finalisten? Das Tableau ist in vier Viertel eingeteilt, und wenn Sie richtig einschätzen können, wo die Überraschungen passieren, können Sie hier ordentlich abräumen. Die Quoten liegen bei 2,50 bis 4,00 pro Viertel, je nachdem, wie die Top-Spieler verteilt sind.

Cashflow-Management über drei WM-Wochen

Bankroll-Management-System für die drei Wochen PDC World Championship - Budget-Verteilung und Strategie

Die PDC World Championship ist ein Marathon, kein Sprint. Drei Wochen lang, täglich mehrere Matches, hunderte von Wett-Möglichkeiten. Genau das ist die Gefahr: Die meisten Wetter überwetten sich in den ersten Tagen, verlieren den Überblick, und sind nach einer Woche mental und finanziell ausgebrannt.

Ich habe in meinem zweiten WM-Jahr als Wetter diesen Fehler selbst gemacht. In den ersten drei Tagen platzierte ich 24 Wetten. Am Ende der ersten Woche hatte ich 40 Prozent meines WM-Budgets verbrannt. Der Rest des Turniers war dann ein verzweifelter Versuch, die Verluste auszugleichen, was natürlich schiefging. Seitdem habe ich ein striktes System, und das empfehle ich jedem ernsthaften Wetter.

Regel Nummer eins: Legen Sie ein festes WM-Budget fest. Das sollte etwa 10 bis 15 Prozent Ihrer Jahres-Bankroll sein. Nicht mehr. Wenn die WM vorbei ist und das Budget aufgebraucht ist, ist Schluss. Keine Nachschüsse, keine Ausnahmen. Diese Disziplin ist essenziell.

Regel Nummer zwei: Verteilen Sie das Budget über die drei Wochen. Ich arbeite mit einem 40-30-30-System. 40 Prozent des Budgets für Woche eins, 30 Prozent für Woche zwei, 30 Prozent für die Finalwoche. Warum diese Verteilung? Weil in Woche eins die meisten Matches stattfinden und die meisten Value-Gelegenheiten entstehen. Woche zwei und drei haben weniger Matches, aber dafür potenziell größere Einsätze auf Finals und Halbfinals.

Regel Nummer drei: Tracken Sie jede einzelne Wette. Ich benutze eine simple Excel-Tabelle mit Datum, Match, Wettart, Quote, Einsatz, Ergebnis. Das klingt nach Arbeit, aber es ist Gold wert. Nach jeder Woche analysiere ich: Was hat funktioniert? Was nicht? Wo habe ich emotional statt rational entschieden? Diese Reflexion macht Sie zu einem besseren Wetter.

Regel Nummer vier: Planen Sie Pause-Tage ein. Es ist unmöglich und auch nicht sinnvoll, drei Wochen lang jeden Tag zu wetten. Ich lege mir in jeder Woche mindestens einen Tag frei, an dem ich keine Wetten platziere. Das gibt meinem Gehirn Zeit, sich zu erholen und verhindert Entscheidungsmüdigkeit.

Regel Nummer fünf: Adjustieren Sie Ihre Einsätze nach Performance. Wenn Sie in Woche eins stark im Plus sind, können Sie in Woche zwei etwas aggressiver werden. Wenn Sie im Minus sind, reduzieren Sie die Einsätze. Das ist kontraintuitiv – die meisten Wetter machen das Gegenteil und versuchen, Verluste durch höhere Einsätze auszugleichen. Das ist der direkte Weg in den Bankrott.

Ein letzter Tipp für die Finalphase: Wenn Sie bis zum Finale profitabel waren, nehmen Sie einen Teil des Gewinns vom Tisch. Sichern Sie sich ab, bevor Sie im Finale alles riskieren. Das Finale ist unberechenbar, und es wäre bitter, drei Wochen gute Arbeit in drei Stunden zu vernichten.

Die WM ist die aufregendste Zeit des Jahres für Darts-Wetter, aber sie ist auch die gefährlichste. Mit dem richtigen System, Disziplin und der Bereitschaft zu lernen, kann sie die profitabelste Zeit werden. Ohne System ist sie einfach nur ein teurer Spaß, den Sie sich jedes Jahr aufs Neue gönnen – bis Ihr Bankkonto irgendwann Nein sagt.